Die Poolinale kehrt zurück!

 

Liebe FreundInnen, UnterstützerInnen und BesucherInnen der Poolinale!

Nach einem Jahr schöpferischer Pause dürfen wir euch frohe Nachrichten überbringen: Die Poolinale kehrt 2018 zurück!

Wir werden sie im neuen Jahr in leicht veränderter Form und in Partnerschaft mit dem Filmcasino neu beleben dürfen. Dort zeigen wir ab nun im Rahmen einer wiederkehrenden Programmschiene ausgewählte Musikfilme und werden die Abende unserer Tradition gemäß (und den Anlässen entsprechend) verzieren und gestalten.


Sechs Mal fand von 2011-2016 das „Poolinale Music Film Festival Vienna“ statt, im neuen Jahr werden daraus nun „Poolinale Nights“. Das Format Musikfilm hat in den letzten Jahren einen starken Schwenk in Richtung Event-Kino mit punktuellen Veranstaltungstagen gemacht. Die Anpassung unseres Formats trägt dem ebenso Rechnung wie weiteren Entwicklungen: So sind etwa Streamingdienste gerade in diesem Segment hochaktiv und protektiv, sehen ihre Produktionen oft ungern in Kinos oder auf Festivals. Zusammen mit dem enormen wirtschaftlichen Druck, den ein kaum bis gar nicht gefördertes Filmfestival auszuhalten hat, waren die Rahmenbedingungen für ein volles, hochwertiges, auf eine bestimmte Woche konzentriertes Festival 2017 letztlich nicht mehr gegeben.


Gerade eure Reaktionen auf die Absage des Festivals 2017 haben uns aber bewiesen, dass wir zeit des Festivallebens einen Nerv getroffen und vieles richtig gemacht hatten. Die Partnerschaft mit dem Filmcasino gibt uns jetzt die Gelegenheit, diesen Geist zu erhalten.

 

Wir starten die Poolinale Nights mit einer Ikone:

Grace Jones: Bloodlight And Bami
Vorprogramm: Kurz-Performance von Elisabeth Bakambamba Tambwe.
24.01.2018 | 20:30h | Filmcasino
» Facebook-Event | » Trailer | » Tickets

 

PN1 GraceJones

 

Stilikone der außerirdischen Art, eine der einflußreichsten Popsängerinnen der New-Wave-Generation: Grace Jones performt im Stil einer Amazone und tauscht dabei spielerisch eine Persona gegen eine andere. Kaum ein Popstar erscheint derart schillernd und gleichermaßen faszinierend wie die in Jamaika geborene Sängerin.


Sophie Fiennes (The Pervert Guide to Cinema) verzichtet in ihrem über einen Zeitraum von zehn Jahren gedrehten Film auf Archivmaterial und Talking Heads.
Grace Jones: Bloodlight and Bami ist einerseits ein Konzertfilm und kommt andererseits der Sängerin bei Reisen in ihre Heimat oder während ihrer Tourneen sehr nahe. Höhepunkte des Films sind allerdings jene Szenen, in denen die Urmutter aller Queer- und Transgender-Ästhetiken in surrealen Outfits herrisch über die Bühne stolziert und im Stroboskopgewitter den Taktstock schwingt: „Slave to the Rhythm!

„Eine Sensation“ Süddeutsche Zeitung
„Einzigartig und mitreißend“ Screen International
„Ein Muss!“ Empire

 

Tickets sind online via NTRY.at/PoolinaleNightsimFilmcasino erhältlich.

R: Sophie Fiennes | GB/IRL 2017 | 115 min | OmU
Mit: Grace Jones, Jean-Paul Goude, Sly & Robbie u.a.


Elisabeth Bakambamba Tambwe
Geboren in Kinshasa/RDC, studierte Bildende Kunst an der Ecole des Beaux-Arts Tourcoing /Frankreich. In ihren Arbeiten verschränkt sie zeitgenössischen Tanz und Performance mit Bildender Kunst und Klang.
Mehr Infos: www.elitambwe.com

-----------------------------------------

Vorschau:
Poolinale Night #2
Score - Eine Geschichte der Filmmusik
20.02.2018 | 20:15h
Tickets

 

Poolinale Night #3
On The Road
23.03.2018 | 22:15h
Tickets

 

-------------------------------------------

ARCHIV

Keine Poolinale 2017

Liebe Musikfilmfreunde!

Es wird 2017 kein Poolinale Music Film Festival geben.
Sechs Jahre lang haben wir Musikfilme auf die große Leinwand bringen dürfen – Dokus, Konzerte, Sessions, Filme von, mit und über Musikschaffende. Ein Format, das wir aus einer spaßigen Idee heraus zu einem echten Herzensprojekt entwickeln konnten. Die Vielfalt an Filmen, die Unzahl an wunderschönen Abenden, die entstandenen wertvollen Partnerschaften und Freundschaften und das jedes Jahr aufs Neue Mut machende, herzliche, überwältigende Feedback haben es jede Minute wert gemacht, die Poolinale sechs Mal durchzuführen.

Jedes Jahr war dabei ein Abenteuer – organisatorisch, emotional und finanziell. Die Situation der österreichischen Filmfestivals im Allgemeinen und die eines kleinen Nischenfestivals im Speziellen ist dabei von Mal zu Mal schwieriger geworden. Filme produzieren, Filme zeigen und Filmfestivals durchzuführen sind teure Angelegenheiten - und bei allem Enthusiasmus für das Format Musikfilm kann eine Veranstaltung wie diese nicht tragfähig ohne Sponsoren, Fördergeber oder Mäzene funktionieren. Für all diese potentiellen Ermöglicher und Helfer waren und sind unsere Größe, unser Format, unsere Idee und unsere atypische Herangehensweise an das Thema Kino stets herausfordernd.

Trotz sparsamen Budgets und umsichtigen Umgangs mit jedem Euro stoßen wir heuer an nicht mehr zu überwindende Grenzen und haben mit vielerlei Faktoren zu kämpfen: Unser angestammter Festivaltermin fällt genau mit dem Osterwochenende zusammen, an dem an eine Durchführung einer solchen Veranstaltung nicht zu denken ist. Ein Ausweichen hätte zwangsläufig zu einer Zuspitzung der Konkurrenzsituation geführt, die in Wien ohnedies schwierig ist. Befreundete Festivals oder Veranstaltungen zu „bekämpfen“ läge uns fern.

Dazu hat sich der Markt stark verändert - und das gar nicht unbedingt zum Schlechten: Musikfilm ist populär geworden. Viele unserer festivaltauglichen Lieblingsfilme aus den letzten Jahren wurden von großen Vertrieben im „Eventkino“-Format auf die Leinwand gebracht (und etwa nur an einem ganz bestimmten Tag parallel, weltweit gezeigt). Wir hatten dabei intensiven Kontakt und viel Freude mit Screenings in langjährigen Partnerkinos – es wirkt aber auch der Notwendigkeit und Möglichkeit eines klassischen Festivals an einem langen Wochenende entgegen.

Auch sind in den letzten Jahren verstärkt Produktionen direkt für On Demand-Dienste produziert worden und trotz eines kooperativen Verhältnisses zu den meisten dieser Dienste wird der marktorientierte Umgang mit Screening-Rechten zusehends zu einer künstlichen Hürde für unsere Idee.

Deshalb haben wir uns nach langem Kampf, vielen Sitzungen und schweren Herzens dazu entschlossen, in diesem Jahr auf die Durchführung eines Festivals zu verzichten. Wir werden dem Format der Poolinale weiter unsere Aufmerksamkeit und unsere Leidenschaft widmen, um in Zukunft die Chance auf eine Wiederaufnahme unserer Idee aufrecht zu erhalten.

Wir bedanken uns herzlichst für eure Treue – und sehen uns im Kino!

 

Das Team der Poolinale

-------------------------------------------

ARCHIV

Willkommen zur Poolinale 2016

„Kultur“ - im Jahr 2016 erlangt man mitunter den Eindruck, das wäre nichts weiter als ein kräftig angestaubter Hilfsausdruck für etwas, das man künstlich durch staatliche Förderungen am Leben erhalten muss. Die Überbleibsel hat sich ohnehin längst die Unterhaltungsindustrie einverleibt und zu Entertainment transformiert. Geht es nicht längst auch in der Musik und im Film nur mehr ums „Business“?

Nein. In ihrem Kern trägt besonders die Musik noch immer eine ganz besondere, ureigene Macht in sich. Auch wenn das alte Klischee, wonach ein Song die Welt verändern kann, vielleicht ein wenig übertrieben scheint: In unruhigen Zeiten ist sie auch heute noch Trostspender, Orientierungspunkt, Revolutionär und Mutstifter.

Seit der Gründung der POOLINALE (2011) haben wir versucht, die immer stärker verschmelzenden Kunstformen in ihrer entstehenden neuen Vielfalt abzubilden. Gerade im Lichte der gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit haben wir uns in diesem Jahr aber zur Zusammenstellung eines letztlich hochpolitischen Programms entschlossen: Musik als elementare gesellschaftliche Kraft. Es könnte 2016 kaum einen wichtigeren und besseren Leitfaden für ein Festival geben und wir hoffen, ihr seht das genauso.

Die beeindruckende Dokumentation THEY WILL HAVE TO KILL US FIRST erzählt von Musik als eindrucksvolle Waffe der einst weit über Afrika hinaus berühmten Musikszene in Mali gegen die radikal-islamistische Bedrohung. (Österreich-Premiere)

In Pakistan ist den Taliban jede Form „westlicher Musik“ ein Dorn im Auge. SONG OF LAHORE (Österreich-Premiere) stellt umso mehr das verbindende Element der Musik in den Vordergrund und baut eine (tragisch aktuelle) Brücke von Lahore nach New York, lässt pakistanische Folklore mit amerikanischem Jazz aufeinander prallen.

DON’T THINK I’VE FORGOTTEN widmet sich in einer Zeitreise (zwischen sanftem Lächeln und tiefem Schock) Kambodschas blühender Rock’n’Roll-Szene der 60er und 70er, die durch das brutale Regime der Roten Khmer ein jähes Ende fand.

Als die Zensur in Sowjetrussland Jazz, Rock’n’Roll und ganze Genres russischer Musik für illegal erklärte, reagierten die Menschen. Mithilfe von selbst gebauten Bootleg Maschinen wurde verbotene Musik auf ausrangierte Röntgenbilder geschnitten und verbreitet. In X-RAY AUDIO kommen zum ersten Mal jene Menschen zu Wort, die durch ihren Einsatz diese außergewöhnliche Geschichte des 20. Jahrhunderts mitgeprägt haben. Die Regisseure Stephen Coates und Paul Heartfield sind dazu für ein Gespräch zu Gast.

Dem tragenden Thema all dieser Filme - „We will not be silenced“ - stellt sich das Kunstprojekt des ehemaligen KLF-Frontmanns Bill Drummond (genau der Typ, der einmal eine Million Pfund verbrannte) von der anderen Seite entgegen: IMAGINE WAKING UP TOMORROW AND ALL MUSIC HAS DISAPPEARED fragt bereits im Titel, wie eine Welt ohne Musik aussehen würde. Drummond begibt sich nicht unkritisch, aber unterhaltsam auf eine Reise, sie von Grund auf wieder zurück zu bringen.

Gleich ein Doppel widmet sich Berlin vor und rund um die Wende. B-MOVIE: LUST & SOUND IN WEST BERLIN reist in die wilden 80er der damals noch geteilten Stadt zurück; WENDEKLANG beleuchtet den Aufstieg der elektronischen Musik rund um den Mauerfall.

Neben den Schwerpunkten erinnern wir uns auch dieses Jahr via Leinwand an große Persönlichkeiten, die traurigerweise nicht mehr unter uns weilen:

Wir ehren einen der einflussreichsten HipHop-Wegbereiter überhaupt, den jüngst verstorbenen Phife Dawg mit der sehenswerten A Tribe Called Quest-Dokumentation BEATS, RHYMES & LIFE. Der zuletzt auch erfolgreich im Kino gelaufene JANIS: LITTLE GIRL BLUE. Als Bonus zeigen wir den jüngst Oscar-prämierten Film AMY (Sonntagmittag, Top Kino) und beschließen das Festival – schon fast traditionell – am Sonntagnachmittag im Gartenbaukino mit einer Sondervorführung von ZIGGY STARDUST AND THE SPIDERS FROM MARS (1973).

Die Poolinale öffnet ihre Pforten am 14. April im Top Kino mit den POOLINALE TALKS. Das verbindende Branchenevent für Film- und Musikinteressierte thematisiert auch heuer wieder ein gemeinsames Problemfeld – dieses Mal die Digitalisierung mit all ihren Chancen und Möglichkeiten im Zusammenhang mit Streamingdiensten und Online-Plattformen.

Im Anschluss zeigen wir abends die Dokumentation DAFT PUNK UNCHAINED. Der gesamte Eröffnungstag findet bei freiem Eintritt statt (Zählkarten sind zu lösen).

Ein weiteres Special beschließt den Samstagabend, wenn BILDERBUCH ihre „Schick Schock-Tour“ auf die große Leinwand schicken. Das denkwürdige Konzert in der Open Air Arena vom Juni letzten Jahres ist erstmals im Kino zu sehen.

Die Poolinale kehrt zurück!

Tickets


Mehr

Latest Tweets